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Worauf warten wir?

Teampredigt von Ina und Bianca vor dem 4. Advent (19.12.1997)


lna:
Nun ist es wieder fast soweit. Drei Kerzen leuchten am Adventskranz. Überall ist es weihnachtlich geschmückt. Advent Zeit der Symbole.

Bianca:
Bestimmt hängt bei Euch zu hause auch irgendwo Euer Adventskalender. Habt Ihr denn heute alle das 19. Türchen schon geöffnet?

lna:
Wir fragen das ja nur, weil wir uns heute mit dem Adventskalender beschäftigen wollen. Es gibt ganz viele verschiedene Arten. Ihr alle kennt den mit Schokolade, den gibt's schließlich überall zu kaufen. Aber am schönsten finde ich immer noch die selbstgebastelten Adventskalender mit kleinen Päckchen. Sie sind am persönlichsten.

Bianca:
Adventskalender sind nicht nur was für Kinder. Manchmal bekommen Erwachsene auch welche. z.B. die Adventsuhr. Ihr Zeiger zeigt jeden Tag einen neuen Bibelvers an. Für Computer-Freaks unter Euch ist es sicherlich interessant zu hören, daß es sogar Adventskalender für PC's gibt. Besonders praktisch für kleine Wohnungen. Ihr braucht dafür keinen gesonderten Platz.

Ina:
Wir können die Bibel lesen soviel wir wollen. Adventskalender finden wir darin nicht. Auch keine anderen Weihnachtsymbole und -bräuche, Ihr vielleicht? Einen besonderen christlichen Ursprung hat der Adventskalender also nicht.

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Bianca:
Das ist natürlich kein Grund, auf ihn zu verzichten. Im Gegenteil: Zeichen und Symbole helfen uns, die Weihnachtsbotschaft zu verstehen. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine Aussage. Und sei es nur, daß der Heilige Abend näher gerückt ist.

Ina:
Leider verfälschen diese Aussagen auch manchmal die eigentliche Weihnachtsbotschaft. wie oft hört man den Spruch:"Sei schön artig, dann kommt zu Dir auch der Weihnachtsmann mit vielen vielen Geschenken." Auch einige Weihnachtsgedichte und -lieder behandeln diesen Gedanken. So wird Weihnachten zum Betrug und zu einem Machtmittel.

Bianca:
Dabei kam doch Gott zu uns, weil wir Menschen gerade nicht artig waren. Wir brauchen Erlösung. Weihnachten geschah aus Gnade und nicht als Belohnung.

NikolausIna:
Wenn ich dann Adventskalender sehe, mit Weihnachtsmännern auf Flugzeugen reiten oder sich durch viel zu enge Schomsteine quetschen, wird mir wieder einmal klar, alles nur Volksverdummung.


Bianca:
Der Weihnachtsmann mir seinem roten Mantel und weißen Bart soll sowieso eine Erfindung von Coca Cola sein. Er hat nichts mehr mit dem Nikolaus, jenen guten wohltätigen Bischof von Myra gemeinsam.

Ina:
Aber Adventskalender lassen sich auch mit christlichen Inhalt füllen. Mit Versen und Symbolen, Gedanken und kleinen Geschenken - und aus Schokolade läßt sich schließlich so ziemlich alles gießen. Der Adventskalender hat also 24 Türchen. Für jeden Tag eines. Vom 1. Dezember bis zum 24...


(Zwischenruf aus der 1. Reihe: )

,,Wieso 24 - wirklich? Mein Kalender hat nur eine...

(Der präparierte Kalender wird aufgerissen. Die ganze Vorderfront ist eine einzige große Türe. Alle Schokoladentäfelchen fallen heraus)


Ina:
Momentmal. So ist es ja nun nicht gedacht. Jeden Tag bitte nur ein Fenster öffnen. Natürlich erfordert das von Euch Geduld. Es hat aber auch einen Grund. Damit wird Euch die Vorfreude auf Weihnachten erhöht und außerdem die Wartezeit verkürzt.

Bianca:
Abwarten. Genau das kann die Geschäftswelt nicht. Findet Ihr es richtig, daß man ab September schon Lebkuchen, Marzipan und andere Weihnachtsleckereien kaufen kann? Bis Weihnachten ist dann doch die Spannung weg.

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Ina:
Eigentlich ist für uns Christen die Adventszeit Fasten- und Bußzeit. Eben Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Einfach mal still werden und die Hektik ablegen, sich auf Gott besinnen. Dabei kann der Adventskalender helfen. Die Tage bis zum Fest werden verkürzt. Das morgendliche Aufstehen bringt mehr Spaß, wenn eine Überraschung wartet. Jeden Tag freuen wir uns mehr auf Weihnachten.

Bianca:
Vorfreude ist durchaus schon richtige Freude. Wir haben schließlich schon ein bischen was bekommen. Adventszeit ist Wartezeit! Die Menscheit wartet. Johannes der Täufer fragte:"Ist das der, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?" Wir wissen, auf wen wir warten. Wir kennen ihn ja. Wir haben schon ertwas von ihm.

Ina:
Und trotzdem warten wir. Stück für Stück kommen wir näher. Wir erwarten ein Fest. Wir feiern das Kommen Gottes in die Welt, seine Menschwerdung. Aber wir erwarten noch mehr. Wir warten darauf, daß Jesus wiederkommt. Der Adventskalender kann ein Zeichen sein für die christliche Existenz. Einen Vorgeschmack haben wir schon erhalten auf das Reich Gottes. Nun warten wir auf seine Vollendung.


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Amen.





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