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Wer schöpfte den Urknall

Wer schöpfte den Urknall?
Wissenschaft contra Glaube?
St. Cyriacus Kirche Kellinghusen
Freitag, 18. Januar 2002
von 19:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr
anschließend Treff

Mit unserer Frage nach dem Schöpfer des Urknalls haben wir zwei Gebiete miteinander verbunden, die augenscheinlich nicht zueinander passen. Die Schöpfung als Element des Glaubens und den Urknall als vollkommen logische wissenschaftliche Erklärung.

Eigentlich sollte die Kirche sich doch endlich den Fakten beugen und eingestehen, dass die Bibel wissenschaftlich nicht zu halten ist. Insbesondere die Schöpfungsgeschichte, die wir gerade gehört haben ist ja wohl längst überholt. So soll ich entstanden sein? Schön wär's. Wenn da nicht die Wissenschaft mit der Evolutionstheorie währe. Ich hoffe nicht, daß jede Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Kirche so verläuft, wie wir es gerade im Anspiel gesehen haben (Anm.: Pastor und Wissenschaftler streiten sich). Aber möglich und denkbar ist es leider schon.

Die Kirche sagt: So steht es geschrieben! Und die Wissenschaft (und insgeheim vielleicht auch der eine oder andere von Euch) sagt: Das kann doch gar nicht sein. Solche Unstimmigkeiten kann man nicht einfach so stehen lassen. Darf man solche Fragen überhaupt stellen? Lügt die Bibel, das heilige Buch? Nur nicht nachfragen, lieber alle Zweifel schnell vom Tisch fegen....... ....... So ein Quatsch. Es ist mir viel zu wichtig, über die Bibel zu reden. Es darf nicht sein, daß die Bibel das geheime Kultbuch ist, in dem das halt mal so steht. Immer wieder werden uns Teile der Bibel unverständlich sein und nur durch nachforschen werden uns diese Teile verständlich.

Okay, wir haben also gerade die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel gehört: Als erstes schuf Gott die Welt, dann das Wasser, dann Pflanzen, dann die Tiere und zum Schluß den Menschen.

Die Wissenschaft sieht das natürlich ganz anders: Am Anfang des bekannten Universums erfolgte mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst einmal der Urknall, dann verdichtete sich die Materie zu Sternen und Planeten, dann entstand unter günstigsten Bedingungen aus Sauerstoff und Wasserstoff Wasser. Im Wasser entwickelten sich die ersten Algen, Kugelalgen oder ähnliches. Schließlich entwickelten sich die ersten Kleintiere im Ozean. Die Tiere aus dem Ozean eroberten neue Gebiete, gingen an Land, verloren die Kiemen und wurden zu Landtieren. Aus diesen Tieren entwickelte sich nach einigen Millionen Jahren schließlich der Homo Sapiens, also der Mensch.

Eigentlich habe ich gerade eine sehr spannende Aufzählung beendet. Habt Ihr was gemerkt? Ist Euch nichts aufgefallen?

Ich lese beide Schöpfungstheorien noch einmal vor:

Gott schuf die Erde

Es entstanden Sterne und Planeten

Gott schuf das Wasser

Es entstand Wasser auf dem Planeten Erde

Gott schuf die Pflanzen

Es entstanden erste Pflanzen im Wasser

Gott schuf die Tiere des Meeres

Es entstand tierisches Leben im Meer

Gott schuf die Tiere an Land

Aus den Meerestieren entwickelten sich die Landtiere

Gott schuf den Menschen

Aus den Tieren entwickelt sich der Mensch

Jetzt habt Ihr's natürlich alle gemerkt. Die Geschichten sind gar nicht so verschieden. Im Gegenteil, sie sind aufregend ähnlich. Ist das nicht fast unheimlich? Die Schöpfungsgeschichte steht im 1. Buch Moose, gleich am Anfang der Bibel. Sie ist also ungefähr 3000 Jahre alt. Die Leute, die diese Geschichte aufgeschrieben haben, sind noch auf Kamelen durch die Wüste gezogen. Und doch steht in der Bibel fast die gleiche Schöpfungsgeschichte, wie sie heute von der modernen Wissenschaft seit etwa 100 Jahren erforscht ist.

Wenn heute jemand die Schöpfungsgeschichte für die Bibel schreiben müßte, wüßte er ja, was die Wissenschaft mittlerweile herausgefunden hat. Aber vor 3000 Jahren ... Das ist schon toll. Irgendwie scheint mir, da muß tatsächlich Gott seine Finger im Spiel gehabt haben. Das ist schon aufregend.

Zwei Sachen will ich nicht verheimlichen. Die Schöpfung von Sonne und Mond ist in der Schöpfungsgeschichte ein wenig aus dem Trott geraten. Und außerdem werden die Vögel einen Tick zu früh geschaffen, nämlich nach den Tieren im Meer, vor den Landtieren. Die Wissenschaft sagt, die Vögel sind eigentlich erst nach den Landtieren dran. Naja, dafür wußten die Israelis vor 3000 Jahren bereits wo's langgeht und nicht erst seit 100 Jahren. Das ist schon spitze.

Okay, ihr könnt jetzt sagen: Und was ist mit den sechs Tagen? Das Ganze hat ja wohl doch ein wenig länger gedauert? Natürlich habt Ihr recht. Aber stellt Euch bitte mal folgendes vor:

Gott diktiert gerade seine Schöpfungsgeschichte.

Der arme Kerl, den er in der Wüste aufgelesen hat (ein Kameltreiber oder so) kauert ängstlich vor ihm. Gott sagt: Vor 12 Milliarden Jahren habe ich die Erde geschaffen,... Was?, Was sagst Du? Wie viele Nullen 12 Milliarden hat? Natürlich eine 12 mit 9 Nullen. Also wie gesagt, vor zwölf Milliarden Jahren schuf ich die Erde. Dann nahm ich die Grundbausteine der Aminosäuren in wäßriger Lösung bei etwa 60°C und... Was ist denn jetzt schon wieder? ...Was Aminosäuren sind und wie heiß 60°C sind?.... Okay, paß auf, wir fangen noch mal an: Schreib das mal so: Am erste Tage schuf ich die Erde, am zweiten Tage schuf ich das Wasser und das Land, am dritten Tage .....

Natürlich weiß ich nicht, daß es sich so abgespielt hat, Aber was soll's. Ist die Schöpfung wegen dieser Kleinigkeit weniger wertvoll? Selbst die Bibel sagt, vor Dir sind 1000 Jahre wie ein Tag. Wer will da schon groß nachrechnen.

Wusstet Ihr übrigens, dass die meisten Naturwissenschaftler gläubige Menschen sind? Immer wieder kann man beobachten, das umfangreiches Wissen über die Zusammenhänge in der Natur die Menschen nicht vom Glauben abbringt, sondern sie zum Glauben führt.

Und das Tollste kommt ja erst noch:

Jetzt kommt der, der rechts oder links neben euch sitzt, jetzt kommt der, der auf Eurem Platz sitzt. Jetzt kommt Ihr! Am sechsten Tage schuf Gott den Menschen. Okay, wenn wir das in der Bibel nachlesen, ist das eine Geschichte mit Wasser und Lehm, aber denkt noch mal an vorhin, an die Geschichte mit dem Nomaden, der die Schöpfungsgeschichte aufschreiben soll. Ich glaube nicht, daß die Veränderung von Genen und Erbinformationen eine Geschichte für die Bibel vor 3000 Jahren ist.

Macht mal die Augen zu und stellt euch folgendes vor

Stell euch vor, die Wissenschaft hat gestern einen großen Fortschritt gemacht. Atome können per Funk übertragen werden. Ihr kennt diesen Vorgang, im Fernsehen heißt er "Beamen". Ihr seid heute also die erste Versuchsperson:

Ihr steht in einem großen Raum, der ein wenig aussieht wie ein Tonstudio. An allen Wänden befinden sich hochempfindliche Empfänger zur Aufzeichnung der Atome. Direkt vor euch steht ein großes Gerät, dessen Arm direkt auf euch zeigt.

Der Arm leuchtet auf und innerhalb von Bruchteilen von Sekunden werdet Ihr bewusstlos. Der Laserarm beginnt eure Atome einzeln zu verdampfen. Keine Sorge, das gehört zum Experiment. Ihr seid zwar gerade im Senderaum verdampft worden, aber die hochempfindlichen Sensoren an den Wänden haben jedes Atom genau registriert. Gerade werden alle Informationen auf einer gigantischen Festplatte, dem Sendepuffer, zwischengespeichert.

Wenige Sekunden später werden eure Informationen zu der Empfangsstation auf dem Mars übertragen. Jedes einzelne Atom wird wieder erzeugt und an der richtigen Stelle eingefügt. Das Experiment scheint gelungen, die Person auf dem Mars sieht genauso aus wie ihr, sogar der Dreck unter den Fingernägeln ist identisch.

Und jetzt möchte ich von euch wissen ob ihr glaubt vollständig auf dem Mars angelangt zu sein. Werdet ihr so fühlen und handeln wie bisher? Ist wirklich alles was euch ausmacht kopiert worden und auf den Mars übertragen worden? ... ... ... ...

Ich glaube meine Seele, mein innerstes ich, das was mich einmalig und unverwechselbar macht bleibt bei dieser Prozedur auf der Strecke. Der Mensch auf dem Mars sieht genauso aus wie ich und dennoch bin ich es nicht. Das was bei diesem Gedankenexperiment auf der Strecke bleibt, was nicht übertragen werden kann, nennt die Bibel die Seele.

Könnt Ihr jetzt nicht fühlen wie einzigartig Ihr seid. Wie einzigartig eure Seele ist. Ihr seid anders als der, der neben euch sitzt. Wenn ich in mich reinhorche merke ich, daß ich einmalig von Gott geschaffen bin. Sicherlich hat er dazu die Evolution genutzt, aber er hat mich auch einzigartig gemacht mit einer unsterblichen Seele. Ich bin ein Geschöpf Gottes. Ihr seid Geschöpfe Gottes

Laßt uns beten:

Vater ich danke Dir, daß Du uns gemacht hast. Ich danke Dir für jeden von uns.

Du bist ein Superschöpfer. Danke!

Amen


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10.02.2002 Holger Böttcher