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Jesus ist tot!



Jesus ist tot! So steht es auf den Flyern dieser Jesus Night. Wie fühlt ihr euch bei einer solchen Ankündigung. Was ist es für ein Gefühl die Todesanzeige von Jesus in der Hand zu halten? Ist Euch das vollkommen egal?

Ich hoffe Ihr habt bei diesem Gedanken das gleiche miese Gefühl wie ich. Genau mit diesem Gefühl wollen wir uns nämlich heute und in den nächsten Wochen beschäftigen. Es ist der Beginn der Passionszeit. Der Beginn der Leiden Christi.

Ich möchte die letzten 24 Stunden des Lebens Jesu noch einmal in Erinnerung bringen. 24 Stunden bis zum Tod von Jesus.


Am Donnerstagnachmittag passiert etwas Seltsames bei Jesus und seinen Jüngern. Völlig entgegen aller Tradition bittet Jesus die Jünger, mit ihm am Donnerstag ein vorgezogenes Passamahl zu feiern. Das Abendmahl. Jesus weiß bereits jetzt daß er sterben wird. Nur noch 24 Stunden zum Leben und er feiert mit seinen Freunden ein letztes Fest. So, als ob zu uns unser bester Freund kommt und sagt: „Du, laß uns meinen Geburtstag schon heute feiern. Ich weiß, daß ich noch gar nicht dran bin, aber... morgen bin ich tot. Was für ein Mensch ist Jesus, daß er noch diese Kraft hat, nicht einfach fortläuft.

Und Jesus weiß wirklich genau was geschehen wird. Deshalb haben wir gerade in der Lesung einen Ausschnitt aus dem alten Testament gehört. Christiane hat uns eine Stelle vorgelesen, die mit zu den erstaunlichsten Stellen dieses Buches gehört. Da hat ein Prophet etwa 2000 Jahre vor der Geburt Christi vorausgesagt, daß Jesus für unsere Sünden sterben wird. Es ist nicht eine allgemeine Voraussage, sondern eine Ankündigung, die bis ins Detail geht. Ihr erinnert euch doch noch: Die Strafe für unsere Schuld traf ihn und wir sind gerettet. ... Er wurde verhaftet, verurteilt und hingerichtet und keiner hat sich darum gekümmert. Jesus wußte genau Bescheid. Davon können wir ausgehen.


Nach dem Essen geht Jesus mit einigen Jüngern noch vor die Tür. Er wandert zum Ölberg. Auf dem Ölberg im Garten Gethsemane will Jesus zu seinem Vater sprechen. Jesus hat Angst, Todesangst. Er bittet seine Jünger mit ihm auszuhalten und zu beten. Aber, wir wissen es, die Jünger schlafen ein. Jesus ist vollkommen allein. Den Tod vor Augen. Da ringt er sich, mitten in der Nacht zu diesem wahnsinnigem Gebet durch: Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe. Dein Wille geschehe. Das bedeutet den Tod von Jesus und er weiß es. Trotzdem betet er: Dein Wille geschehe.

Kaum das Jesus am Ölberg diesen Entschluß gefaßt hat, kommt auch schon Judas, um ihn zu verraten. Endlose Verhöre beginnen. Schließlich wird Jesus zu Pilatus gebracht, der schließlich das Todesurteil spricht. Angestachelt von der Menge. Von den Menschen, für die Jesus bereit ist, sein eigenes Leben einzusetzen.


Die meisten Jünger haben sich inzwischen aus dem Staube gemacht. Nur ein Jünger bleibt noch bei Jesus. Es ist Petrus. Er versucht, den Soldaten nachzuschleichen. Er lungert in dem Hof herum, in dem Jesus gefoltert wird. Noch kann er nicht von Jesus lassen. Und dann kommt es zu den drei furchtbaren Lügen. Petrus wird plötzlich verdächtigt, und nur durch Verschweigen seiner Bindung an Jesus kann er seine Haut retten. Ich glaube Jesus ist nicht zornig darüber. Eigentlich handelt Petrus so, wie wir alle handeln würden. Er versucht seine Haut zu retten. Nur Jesus hat seine Angst überwunden. Sein Gottvertrauen ist absolut. er folgt seinen Henkern.

Das Kreuz

Es dauert noch viele, schreckliche Stunden, Schläge, Verletzungen und Mißhandlungen, bis Jesus schließlich ans Kreuz genagelt wird. Dieser schreckliche Tod für den Sohn Gottes? Am Kreuz hängt er. Zusammen mit Verbrechern. So wie es vorausgesagt war, geschieht es. Und Jesus läßt es mit sich geschehen. Das letzte Opfer. Der Sohn Gottes als Opfer für unsere Schuld. Ein letztes gewaltiges Zeichen, das zu setzen nur Jesus die Kraft hat.

Ich weiß es ist unfair, aber manchmal denke ich: Könnte ich mein Leben geben, so wie Jesus es getan hat? ... Nein, daß kann ich nicht und ich muß es auch nicht. Nur Jesus hat diese Kraft. Jesus ist für uns am Kreuz gestorben. Auch für Euch. Die Todesanzeige, die ihr in Händen haltet gilt uns. Für uns ist Jesus gestorben.


Einer der Verbrecher, die mit Jesus am Kreuz hängen erkennt die Wahrheit und sagt zu seinem Kumpanen, der Jesus verspotten:

"Hast Du noch immer keine Furcht vor Gott? Du bist doch genauso zum Tod verurteilt, und Du bist es mit Recht. Wir beide leiden hier die Strafe, die wir verdient haben. Aber der da hat nichts unrechtes getan."

Und er hat recht. Jesus hat es nicht verdient diese Strafe zu erleiden. er ist unschuldig. Er war ohne Sünde. Er ist der einzige der es wirklich nicht verdient hat. Und doch ist er gegangen, so wie es sein Vater gewollt hat. Zu sterben, für unsere Sünden, im Voraus. Und damit wir uns daran erinnern, feiern wir heute wieder das Abendmahl. Jenes Mahl, das Jesus als letzte Feier mit seinen Freunden gefeiert hat. 24 Stunden vor seinem Tod.


Jesus, ich bin sehr traurig wenn ich an Deinen Tod denke. Oft wünsche ich mir, daß Du dieses Opfer nicht hättest bringen müssen. Ich kann mir vorstellen, wie einsam Du gewesen sein mußt in Deinen letzten Stunden. Danke, daß Du meine Sünden auf Dich genommen hast. Ich freue mich auf Dein Abendmahl das wir zu Deinem Gedenken jetzt wieder feiern werden. Jesus, Vater, Heiliger Geist, sei bei uns.

Amen


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11.05.98 Holger Böttcher