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Wozu ist bloß dieser Fisch?

Bianca und Holger am 19. Februar 1999





Was bedeutet dieser Fisch?

Bianca
IchthysSicherlich habt Ihr Euch auch schon diese Frage gestellt, wenn Ihr an einem parkenden Auto vorbeigegangen seid an dem der Fisch klebte. Dieses Bild findet Ihr auch auf unserem Flyer.

Zu diesem Fisch gibt es verschiedene Theorien. Ich möchte Euch die sechs spannendsten heute Abend einmal vorstellen. Warum habe ich einen Fischaufkleber auf meinem Auto, Fahrrad oder Schulranzen.

Platz Nr. 6: Ich steh auf Joschka Fischer.
Platz Nr. 5: Ich bin begeisterter Aquarianer.
Platz Nr. 4: Ich bin Fischhändler.
Platz Nr. 3: Ich war bei Nordsee essen.
Platz Nr. 2.: Mein Sternzeichen sind die Fische.
Platz Nr. 1: Ich bin Mitglied der Fischerchöre.

Ihr wundert Euch jetzt sicherlich über diese etwas seltsamen Erklärungen. Aber selbst mir ist schon einmal etwas ähnliches passiert. Natürlich habe auch ich einen dieser geheimnisvollen Fische an meinem Auto kleben. In der Firma fragte mich eine Arbeitskollegin deshalb neulich, ob ich Mitglied einer Sekte sei. In Ihrem Wohnort seien in letzter Zeit auch schon mehrere dieser Zeichen aufgetaucht seien. Es seien derartig viele, daß es sich sicherlich nur um eine Sekte handeln könne. Außerdem würden ständig irgendwelche Glocken bimmeln.

IchthysTja, irgendwie hatte Sie schon recht, aber irgendwie auch nicht. Ich werde Euch jetzt einfach verraten, was es mit diesem Zeichen auf sich hat. Vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch schon einmal den Film Quo vadis gesehen? In diesem Film geht es um eine Christin, die sich in einen Römer verliebt hat. Ganz zu Anfang des etwa 4-stündigen Filmes gibt es eine Szene in der unsere Christin einen Fisch vor die Füße des Römers in den Sand malt. In dieser Zeit (vor ca. 1900 Jahren) liegt auch der Ursprung des Geheimzeichens.

Auf den Flyern für den heutigen Abend haben wir Euch versprochen, daß wir das Geheimnis der Fische lüften werden. Genau das werde ich jetzt tun:

Zu der Zeit der ersten Christen, kurz nach dem Tode Jesu, mußten sich die Christen vor den Römern versteckt halten. Um untereinander Verbindung aufzunehmen, erdachten Sie sich den Fisch als Geheimzeichen.

Um den Sinn des Zeichens zu verstehen, müßt Ihr wissen, daß es ein frühes Christliches Glaubensbekenntnis gab, das in der Kurzform folgendermaßen lautete.

Jesus Christus, Gotes Sohn, Retter

Auf Griechisch, der Sprache vieler Christen lautet das dann:

Iesus, Christos, Theu, Hyios, Sotär

Wenn Ihr die Anfangsbuchstaben dieses Glaubensbekenntnisses hintereinandersertzt, erhaltet Ihr das Wort

Ichthys.

Ichthys heißt auf griechisch Fisch. Das war es auch schon, das Geheimnis der Klebefische.





Warum habe ich einen Fisch?

Holger
IchthysWir haben gerade gehört, wie es vermutlich dazu gekommen ist, daß die Christen den Fisch als Erkennungszeichen ausgewählt haben. Es gibt noch andere Erklärungen für die Wahl des Fisches, aber ich glaube mit der Erklärung von Bianca können wir alle etwas anfangen.

Nun ist es aber in der Jesusnight nicht mit einer netten und witzigen Erklärung getan. Ich möchte Euch noch ein wenig tiefer in die Fischproblematik entführen. Wir wissen nun also, welche Bedeutung der Fisch auf Autos, Fahrrädern und anderen Gegenständen haben soll. Ich will Euch jetzt erzählen warum ich einen Fisch auf mein Auto geklebt habe.

IchthysEs sind im Wesentlichen zwei Gründe gewesen, die den Fisch auf mein Auto gebracht haben. Der erste Grund war die Anonymität in der man auch als Christ sehr leicht untertauchen kann. Wir haben ja schon von den U-Boot-Christen berichtet. Sie leben ein ganzes Jahr abgetaucht und tauchen regelmäßig einmal zu Weihnachten wieder auf. Der Christliche Glaube wird leicht eingestaubt vom Speicher geholt, kurz gewienert und dann zur Feier des Tages angelegt. Ansonsten gilt: Nur nicht auffallen. Beten, wen überhaupt, dann nur insgeheim. Gottesdienste sind ja beinahe schon eine Zumutung. Kann man nicht Glocken aus Schaumstoff anschaffen, um die Mitmenschen nicht so zu belästigen? Reden über Christus ist da schon ganz verkehrt. wie leicht könnte sich jemand belästigt fühlen. Immer schön verborgen bleiben und heimlich glauben.

Es ist so einfach dieser U-Bootflotte zu folgen. Nur nicht anecken, nur nichts sagen, es wird schon keiner merken. Fast so, als währen wir wirklich die verbotene Sekte, die unsere eifrige Nachbarin im Anspiel bereits vermutet hat. Wir Christen sind schon so gut getarnt, daß wir einander kaum wahrnehmen wenn wir uns gegenüberstehen.

IchthysIhr fragt jetzt natürlich zu Recht: "Und dabei soll der Aufkleber die Lösung sein?" Leider ist er es wirklich nicht. Es reicht natürlich nicht sich einen Fisch aufs Auto zu bappen und schon ist alles in Butter. Das will ich auch nicht behauptet haben. Aber der Fisch ist ein Schritt nach außen, heraus aus der Anonymität. Ich habe mich sozusagen als Christ geoutet. Ein Zeichen gegeben. Ich schäme mich nicht ein Christ zu sein.

In der Bibel, unserem weisen Ratgeber, gibt es eine Stelle, die in den drei ersten Evangelien zu finden ist. Ich lese Euch einmal die Stelle aus dem Lukasevangelium vor:

Luk 9, 25-26

Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sich selbst verliert oder sich doch schweren Schaden zufügt? Wenn einer nicht den Mut hat, sich zu mir und meiner Botschaft zu bekennen, dann wird auch der Menschensohn keinen Mut haben, sich zu ihm zu bekennen, wenn er in seiner Herrlichkeit kommt und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel!

Ihr merk ganz deutlich. Unser Glaube ist nichts für Geheimniskrämer. Wir sollen uns nicht fürchten sondern zu unserem Glauben stehen. Natürlich ist das nicht immer einfach. Ich weiß auch, daß es mir längst nicht immer gelingt mich zu Jesus und seiner Botschaft zu bekennen. Auch ich habe Angst anzuecken.

Aber so kann die Frohe Botschaft nicht bestehen, nicht gelebt werden, wenn wir alle Angst haben unser Christsein zu offenbaren. Natürlich ist nicht der Fischaufkleber hier gefragt. Gefragt ist vielmehr unser ganzes Leben. Wenn wir auf Gott vertrauen, werden wir durch unser Leben Zeichen setzen. Wir müssen keine Angst haben, wir sollen uns nicht schämen. Wir sind Christen und wir stehen dazu.

IchthysDer zweite Grund für den Fisch ist eigentlich der gleiche Grund wie das, was ich Euch gerade erzählt habe. Nur aus einer anderen Perspektive. Laßt uns dazu einen kurzen und sehr bekannten Text aus der Bibel hören. er ist überschrieben Salz der Erde und Licht der Welt.

Salz und Licht für die Welt (Math 5, 13-16)

Was das Salz für die Nahrung ist, das seid ihr für die Welt. Wenn aber das Salz seine Kraft verliert, wie soll es sie wiederbekommen? Man kann es zu nichts mehr gebrauchen. Darum wirft man es weg, und die Menschen zertreten es.

Ihr seid das Licht für die Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Auch brennt keiner eine Lampe an, um sie dann unter eine Schüssel zu stellen. Im Gegenteil, man stellt sie auf einen erhöhten Platz, damit sie allen im Haus leuchtet. Genauso muß auch euer Licht vor den Menschen leuchten: sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Wir sollen Zeichen geben an die Umwelt, an die Menschen um uns herum. Nicht nur mit dem Fisch, sondern auf vielfältige Weise. Es reicht mir nicht, alleine vor mich hinzuchristeln. Ich möchte mich mit anderen Christen austauschen, Probleme besprechen und andere Meinungen hören. Dazu muß ich selbst aus meinem Schneckenhaus heraus, muß mich outen.

Das Licht der Christen soll leuchten haben wir gehört. Es soll sichtbar sein in dieser Welt. Aber Achtung: Ich lese da nicht, daß jeder Christ nun unbedingt eine poppige Neonreklametafel sein soll. Ich sehe vielmehr alle Arten von Lichtern. Hinweisschilder, Reklameleuchten, Leselampen, Halogenscheinwerfer oder Flutlichter. Alle diese Lichter leuchten auf ihre eigene Art. Wichtig ist nur, das keines dieser Lichter verborgen wird. Im Klartext also noch einmal. Laßt uns unser Christsein in diese Welt hineinleuchten. Jeder so wie er es vermag. Der eine eher als bedächtige Leselampe, der andere ein Neonwerbung. Alle Lichter sollen leuchten. Wichtig ist nur, daß wir unser Licht nicht unter einem Eimer verbergen. U-Boot-Christen auftauchen.

Laßt uns beten:

Vater, Jesus gib uns die Kraft uns zu Dir zu bekennen. Du kennst uns. Du weißt wie schwach wir sind und welche Probleme wir manchmal damit haben. Sei bei uns und hilf uns Leuchten für Dich zu sein. Taschenlampen oder Halogenstraler, Du kennst uns. Du weißt, wie wir sind und wir brauchen vor Dir keine Show abzuziehen. Gib uns Kraft, in Deinem Sinne in die Welt zu leuchten.

Amen


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01.03.1999 Holger Böttcher