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Alles ist erlaubt

Gedanken zur Jesus-Night vom 21.01.2000
Holger und Holger

Reporter (R) der "Blöd-Zeitung" tritt auf und will den Pastor (P) interviewen:

R.: Hallo Sie da, Sie sind doch Pastor, was halten Sie von dem Spruch in der Bibel, wo es heißt: = Alles ist erlaubt = ..., soll ein Paulus gesagt haben!

P.: Nehmen Sie erst mal Ihre " Deppen-Kappe" ab. Sie befinden sich in einer Kirche!

R.: Steht das auch in der Bibel?

P.: In der Bibel steht viel, wo aber haben Sie den Spruch = alles ist erlaubt = her?

R.: Das weiß ich von jemanden, der die Bibel genau kennt, zuverlässiger Mann....

P.: Ach ja, genauso wie behauptet wird: Eva hätte von einem Apfel abgebissen; stimmt zwar nicht, aber alles ist ja erlaubt. - Na, Prost Mahlzeit! Und im Himmel ist Jahrmarkt, steht wohl auch in der Bibel, was? "Alles ist erlaubt", schauen wir mal nach wo das steht: l. Kor. 6, 12 . So! Lesen Sie mal laut vor!

R.: (l. Kor. 6, 12 wird vorgelesen )

P.: Tja, da relativiert sich der Spruch! - Sie sind wohl auch einer von den HaKoFa-Christen?

R.: Was ist das denn für 'ne Sekte?

P.: Passen Sie mal auf: ( P. holt Bücher aus seiner Tasche ) Hier ist ein Handbuch für "Audi 80", Titel. "Jetzt helfe ich mir selber". Ist klar, wofür man das braucht, nä? Hier ein Kochbuch: wer weiß, wie man Wasser zum kochen bringen kann, der kann daraus die besten Ideen für die leckersten Gerichte heraussuchen. Und hier ein Fahrplan: damit kann ich mir gute Zugverbindungen quer durch ganz Europa heraussuchen.

R.: ( nimmt selbst die Bibel in die Hand ) Ach deswegen "HaKoFa": kommt also von Handbuch, Kochbuch Fahrplan?!

P.: Genau! Da benutzen nämlich einige die Bibel wie ein Handbuch für spezielle Lebenssituationen: Z. B. hat jemand Streit mit seinem Nachbarn, schlägt nun in der Bibel unter verschiedenen Überschriften nach: hier "Rechtssachen unter Christen" und findet sofort den fettgedruckten Spruch "Alles ist erlaubt...", liest aber nicht weiter. Oder: das Kochbuchbeispiel- Einige suchen sich aus der Bibel die leckersten Sachen heraus, je nach Geschmack, je nach Lebenssituation. Immer haben sie einen frommen Spruch auf Lager, eingeleitet mit dem Satz = in der Bibel steht aber...=. Am Ende bleibt bei ihnen alles fade und geschmacklose Sprücheklopferei. Und die Kursbuchchristen meinen, mit der Bibel ausschließlich die gunstigsten Verbindungen zu Gott zu kennen.

R.: Wozu ist dann die Bibel noch gut?- Kein Lebensfahrplan, kein Kochbuch- auch kein Handbuch des Lebens!

P.: Die Bibel ist eben die BibeL Ein wertvolles Buch, das von vielen Menschen im Laufe vieler Jahrhunderte geschrieben wurde. Von Menschen, die ihre Erfahrungen, Erlebnisse mit Gott darin aufschrieben - Lebenserfahrungen. Man muß nicht alle davon gutfinden. Schließlich machen wir in unserem Leben auch eigene Erfahrungen. Und die Bibel schreibt uns Christen überhaupt nicht vor, wie wir zu leben haben. Das wollte Paulus auf den Punkt bringen, als er an die Christen in der Hafenstadt Korinfh zunächst diesen Satz schrieb: Alles ist erlaubt, aber: nicht alles dient zum Guten! - Jeder, der ein bißchen nachdenken kann, weiß, daß alles in eine Katastrophe führen würde, wenn alles erlaubt wäre: Verkehrsregeln mißachten, plündern, morden, brandschatzen, je nach Lust und Laune.... Nein, nein ! Gott gibt uns Menschen zwar völlige Handlungsfreiheit, aber wir leben ja nicht allein auf einer einsamen msel. Und so haben wir auch gegenseitige Verantwortung für uns und für die Menschen, mit denen wir zusammenleben: Freunde, Mitschüler, Arbeitskollegen, Geschwister, Eltern, auch für Fremde! Alles ist erlaubt, soweit wir uns und anderen keinen Schaden zufügen!

R.: Dann ist die Bibel ja ein Buch voller Lebensweisheit, wenn man sie richtig liest.

P.: So ist es! Göttliche Weisheit!

R.: Vielen Dank für die Auskunft! Und was machen Sie jetzt?

P.: Ich glaub ich geh erst mal ein Bierchen trinken, kommen Sie doch mit.


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22.02.2000 Holger Böttcher